Prof. Dr. Bernhard Fresacher

Lehre

Selbstbestimmtes Lernen zu ermöglichen und zu fördern, betrachte ich als die genuine Aufgabe der Lehre. Ihr Beitrag besteht darin, zu eigenen wissensbasierten Standpunkten zu gelangen und damit eine Grundlage für das eigene Agieren im beruflichen Feld zu legen.

Ich verstehe Didaktik nicht in erster Linie als eine Methode der Vermittlung, Umsetzung oder Anwendung von festen Inhalten, sondern als eine kommunikative Form der Entwicklung von Wissen, von der dieses Wissen selbst nicht unberührt bleibt. In diesem Sinn kann die Theologie selbst wieder aus ihrer Lehre lernen und dieses Lernen in ihre wissenschaftliche Arbeit einbeziehen.

Meine Lehrveranstaltungen im Überblick:

Universität Luzern

Offenbarung und Vernunft. Einführung in die Herausforderungen einer theologischen Erkenntnistheorie

Die Theologie sucht nach geeigneten Formen, Erkenntnisse über Gott zu gewinnen. Damit handelt sie sich epistemologische und hermeneutische Schwierigkeiten ein, die auch Thema der Fundamentaltheologie sind. Im Lauf der Jahrhunderte hat sie diese auf unterschiedliche Weise bearbeitet, jeweils orientiert an den Rationalitätsvorstellungen der Zeit. Mit der Reformation des 16. und mit der Aufklärung des 17. Jahrhunderts sind bis dahin selbstverständliche Sicherheiten fraglich geworden. Offenbarung ist zu einem – konfessionell kontroversen – Schlüsselbegriff der Theologie avanciert, der sich seitdem dem Verdacht ausgesetzt sieht, eine Wahrheit außerhalb der Wissenschaft für sich zu reklamieren. Diese angefragte Lage theologischer Erkenntnis ist Thema der fundamentaltheologischen Vorlesung.

Streitpunkt Kirche. Fundamentaltheologische Argumentationslinien

Erst im Mittelalter hat die Kirche als geistliche im Unterschied zur weltlichen Herrschaft eine eigene Thematisierung erfahren (De ecclesiastica potestate/De Ecclesia). Als solche tritt sie in der modernen Gesellschaft aus ihrer Selbstverständlichkeit heraus und wird Inhalt einer Selbstreflexion (katholischerseits in den dogmatischen Konstitutionen Lumen gentium und Gaudium et spes des 2. Vatikanischen Konzils). Infolge der Reformation sieht sich die Kirche nicht mehr nur mit der weltweiten Pluralität der Ortskirchen, sondern auch der Konfessionskirchen in der Weltgesellschaft konfrontiert. Damit verbunden sind Fragen ihres Verhältnisses zum Judentum und zum Islam ebenso wie zu anderen gesellschaftlichen Wertsphären wie z.B. Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. In dieser Lage ist heute ihr spezifischer Wert anders angefragt als zu den antiken Zeiten der notae ecclesiae des nizäno-konstantinopolitanischen Credo (Einheit, Heiligkeit, Katholizität, Apostolizität). Die fundamentaltheologische Vorlesung umfasst hierzu biblische, theologiegeschichtliche, religionskritische und ökumenische Erkundungen.

Christologie

Die Vorlesung befasst sich mit der namensgebenden Ausrichtung des christlichen Glaubens, in der sich die getrennten christlichen Konfessionen vereint und von anderen religiösen oder philosophischen Weltanschauungen unterschieden wissen: Jesus Christus. Über die historische Genese am Beispiel ausgewählter biblischer, antiker, mittelalterlicher und moderner Christologien erkundet sie die Herausforderungen einer Theorie, für die Christus nicht nur ein Gegenstand, sondern der Grund des Glaubens ist, mehr noch: A und O der Welt. Damit sind zugleich Fragen der Soteriologie (Heilsverständnis, Heilsmittlerschaft, Heilsuniversalität etc.) sowie des interreligiösen Dialogs insbesondere im Verhältnis zum Judentum und zum Islam berührt.

Politische Theologie - Theologie der Politik

Mit Gottes Willen Politik machen zu wollen, wird zur Zeit gemeinhin den radikalen Religiösen im Kontext des Islam zugeschrieben. Wunschphantasien dieser Art sind jedoch ebenso im Christentum anzutreffen, heute vornehmlich unter missionarischen evangelikalen oder katholikalen Gruppierungen. Zugleich haben nicht wenige Staaten in Europa und Übersee den Verweis auf Gott in ihrer Verfassung stehen. „Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe“, lautet die noch weitergehende These Carl Schmitts. Was sagt die Theologie dazu?

Himmel, Hölle, Fegefeuer. Religiöse und säkulare Apokalyptiken

Begehren und Angst bezeichnen die stärksten psychischen Antriebe. Sie erzeugen dort, wo Individuen und Gesellschaft aufeinandertreffen, mächtige apokalyptische Imaginationen, religiös ins Jenseits, modern in die Zukunft projiziert: „Himmel“, „Hölle“ oder „Fegefeuer“, „Brave New World“, „1984“ oder „The Circle“. Zu den Prophezeiungen des Besseren gesellen sich verlässlich die Prophezeiungen des Schreckens. Was haben biblische Apokalyptiken mit modernen gemeinsam, was unterscheidet sie? Was bedeuten die Bilder, die sie – beschrieben, gemalt, modelliert – vor Augen führen? Warum kommt offensichtlich das Paradiesische nicht ohne das Dämonische aus?

Theologische Gotteslehre

Der christliche Glaube richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf den einen Gott und betrachtet – ähnlich wie im Judentum oder im Islam – alles unter dieser einen Perspektive. Dabei wendet er sich nicht nur an Gott, sondern fertigt auch Beschreibungen über ihn an. Themen der Vorlesung sind: Einführung, 1) Gottesrede, 2) Ein-Gott-Glaube, 3) Trinität, 4) Attribute Gottes, 5) Theodizee und weitere Themen.

Kult oder Engagement, Verehrung oder Nachfolge? Zur Form des Christusglaubens

Cult oder Commitment? Christen haben ihren Namen von Christus. Aber welcher Art ist der Christusbezug ihres Glaubens? Beginnt er mit der Verehrung oder mit der Nachfolge? Wie exklusiv ist er?

mehr

Der Witz der Religion

Kirchen legen schon beim Betreten einen besonderen Habitus der ernsten Andacht nahe. Sie scheinen kein Gelächter zu vertragen. Im Zusammenhang von Religion kann Ironie den Verdacht der Blasphemie auf sich ziehen. Doch abgesehen davon, dass religiöse Praktiken für Außenstehende leicht den Eindruck des Komischen erwecken, bietet das Christentum – mit anderen Religionen zusammen – eine reiche Tradition des Humors.

mehr

Religiöse Identität. Aspekte ihres Wandels zwischen Zugehörigkeit und Selbstbestimmung

Die Konstruktionsmodi von Identität im Zusammenhang von Religion und ihre gesellschaftlichen sowie semantischen Voraussetzungen haben sich historisch verändert, zwischen Orthodoxie und Häresie oder zwischen Authentizität und Inszenierung. Diese Veränderungen haben Auswirkungen sowohl auf die moderne individuelle Religiosität als auch auf die moderne Ökumene und Theologie der Religionen.

Widerschein des Lichts der Völker (Lumen Gentium 1). Metaphern zur Selbstbeschreibung der Kirche in der Gesellschaft ausgehend vom 2. Vatikanischen Konzil

Die vor 45 Jahren verabschiedete Dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“ markiert die Mitte des 2. Vatikanischen Konzils. Sie greift zur Selbstbeschreibung von Kirche auf bekannte Bilder zurück. Wir denken und reden in Bildern, unvermeidlich in der Religion, nicht minder aber auch in der Wissenschaft. Was leisten metaphorische Selbstbeschreibungen?

mehr

Fernkurs Würzburg

Lehren aus dem christlichen Glauben ziehen. Einführung in die Dogmatik

Dogmatik, eine Wortschöpfung aus dem 17. Jahrhundert, assoziiert man heute zuerst mit Dogmen und mit dem Dogmatischen. Tatsächlich aber sorgt das theologische Fach der Dogmatik für die Kritisierbarkeit des christlichen Glaubens auf der Ebene seiner Lehre in der Vielfalt ihrer Äußerungen. Sie legt sozusagen die Karten auf den Tisch. mehr

Den christlichen Glauben verstehen. Einführung in die Fundamentaltheologie

Von Anfang an sind Inhalt und Form des christlichen Glaubens Fragen ausgesetzt: Ist es klug oder dumm, an eine Erlösung durch Jesus Christus zu glauben? Wie gehen Güte und Allmacht Gottes zusammen angesichts von Leid und Bösem in der Welt? Welche Wahrheit kommt dem Christentum in der Vielfalt der Religionen zu?

mehr

Ich glaube an Gott. Aspekte der theologischen Gotteslehre

Der christliche Glaube richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf den einen Gott und betrachtet alles unter dieser Perspektive. Diese Aufmerksamkeit teilt er mit dem Judentum und dem Islam. Er wendet sich nicht nur an Gott, sondern fertigt auch Beschreibungen über ihn an, in dem Wissen, dass diese nicht mit Gott zu verwechseln sind. Wie lässt sich unter dieser Voraussetzung von Gott sprechen? Welcher Art sind die Gottesbilder, Gottesvorstellungen und Gotteserfahrungen in der Bibel, in der Mystik oder in der Kunst?

mehr

Der schwierige Jesus. Einführung in die Christologie

Was macht die theologische Rede von Jesus Christus aus? Es gibt verschiedene Zugänge zu dieser Person und ihrer Bedeutung: ihre Verwurzelung in der jüdischen Tradition, das Verständnis von Tod und Auferstehung oder die antike Glaubensaussage „Jesus Christus – wahrer Gott und wahrer Mensch“. Wie kann heute von Jesus Christus und seiner Bedeutung im christlichen Glauben gesprochen werden kann?

mehr

Katholische Hochschule Mainz

Gemeinde- und Kategorialpastoral

1) Einführung, 2) Gemeindepastoral und Kategorialpastoral, 3) „Pfarrgemeinde“, 4) Grundvollzüge der Kirche, 5) Transformationen, 6) Kommunikation, 7) Kategorialpastoral, 8) Beispiel 1: Jugendpastoral, 9) Beispiel 2: Diakonische Pastoral, 10) Neue pastorale Felder mehr

Missionarische und diakonische Pastoral

1) Einführung, 2) Grundvollzüge der Kirche, 3) Caritas, 4) Diakonische Pastoral, 5) Sozialraumorientierte Pastoral, 6) Projekte, 7) Mission, 8) Missionarische Pastoral, 9) Neue pastorale Felder, 10) Internetseelsorge und Social Media

Zielgruppenpastoral

1) Einführung, 2) Zielgruppen, 3) Kindliche und jugendliche Lebenswelten, 4) Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit, 5) „Kasualienfromme“, 6) Herausforderungen der Sakramentenpastoral, 7) Sinus-Milieus, 8) Milieusensible Pastoral